Meal Prep: Beweggründe und Grundausstattung #mensameiden

Meal Prep: Beweggründe und Grundausstattung #mensameiden

Versalzenes Kartoffelgratin, zerkochter Brokkoli, lauwarme Nudeln in einem Meer von Fertigsauce – die Momente, in denen mir bei Anblick des Mensaessens das Wasser im Mund zusammenlief, waren selten. Zwei Semester hat es gedauert, bis ich mich dazu entschied, selbst den Kochlöffel zu schwingen und fortan mein eigenes Essen dabeizuhaben: „Vorkochen“ hieß das früher, „Meal Prep“ sagt man heute. Dass diese kulinarische Selbstversorgung, oder provokant ausgedrückt: „Projekt Mensa meiden“, noch ganz andere Vorteile mit sich bringt als die Freude am Kochenn, sollte sich nach und nach herausstellen. In dieser Reihe möchte ich mich also dem Thema Meal Prep widmen, und in diesem ersten Beitrag soll es vor allem um die guten Gründe gehen, die für das Vorkochen sprechen, vielleicht auch dagegen, sowie um die Grundausstattung.   

MEAL PREP – WAS IST DAS?

Oben schon erwähnt, ist Meal Prep nichts anderes der neumodische Begriff fürs gute alte Vorkochen. Was die Großmutter früher schon getan hat, um am nächsten Tag nicht Stunden in der Küche verbringen zu müssen, ist längst keine Effizienzmethode mehr, die sich allein in Familien findet, im Gegenteil: Der Mensch von heute, oft jung, oft alleinstehend, muss funktionieren, viel Zeit in seinen Job investieren, nebenbei soziale Kontakte pflegen, den Sport dabei nicht schleifen lassen, oder dieses, oder jenes – Zeit zum Essen bleibt da kaum (zumindest nicht zum Essen allein, denn das Duo „Messer und Gabel“ wird häufig schon durch „Gabel und Smartphone“ abgelöst), und Zeit zum Kochen? – die fehlt erst recht.  

WIESO SELBST KOCHEN, EIGENES ESSEN MITNEHMEN?

Zwei gute Gründe zum Meal Prep sind schon gefallen: Wer selbst kocht, hat in der Regel ein leckeres (beziehungsweise den eigenen Geschmack treffendes) Gericht dabei, und außerdem spart er die tägliche Zeit vor dem Herd ein, wenn er diese auf eine einmalige Vorkoch-Zeit für das Mittagessen mehrerer Tage bündelt, etwa: Sonntagabend kochen, Montag, Dienstag und Mittwoch nur noch aufwärmen. Wer regelmäßig außerhaus isst, ich bleibe beim Mensabeispiel, muss natürlich weder einkaufen, noch kochen, noch abwaschen, und fürs Meal Prep sogar zusätzlich Zeit investieren – aber auch für die üblichen Kantinengänger gibt es eine Reihe anderer Vorteile, die nicht auf dem Mensatablett serviert werden.

Die Qual der Wahl

Erstes Szenario: Den Mensaplan überfliegen, keines der Gerichte wirklich ansprechend finden, sich für das kleinste Übel entscheiden müssen. Zweites Szenario: Den Mensaplan überfliegen, ein ansprechendes Gericht entdecken, dann enttäuscht werden, weil Vorstellung und Realität mal wieder nicht zusammenpassen. Szenarien, die jedem Studenten bekannt vorkommen. Ich möchte Mensaessen, insbesondere die Auswahl an Gerichten, nicht grundsätzlich schlecht reden. Abgesehen davon, dass sich Abwechslung, Vielfalt und Qualität des Essens von Universität zu Universität (und auch von Mensa zu Mensa, Beispiel Münster: die UKM-Mensa ist in meinen Augen der Ringmensa überlegen) erheblich unterscheiden, gibt es in der Unimensa unterm Strich viel Essen für wenig Geld, und in der Regel gibt es keine Ernährungsgruppe, die leer ausgeht. Beispielsweise gibt es in Münster seit Jahren regulär auch ein veganes Angebot (das nicht selten das beste von allen angebotenen Gerichten ist, der „vegane Lahmacun“ etwa ist mir als Mensa-Highlight in Erinnerung geblieben) und auch das Salat-Buffet hat mehr als Eisbergsalat, Gurken und Tomaten zu bieten, sodass ich mich – sollte ich die Mensa doch besuchen – stets darauf verlassen kann.

Wer sich also an keine bestimmte Ernährungsform hält oder unter Unverträglichkeiten leidet, der kann in der Mensa täglich und spontan eine Auswahl treffen, wohingegen das Vorkochen – zumindest in meinem Fall – oft bedeutet, das gleiche Gericht, zumindest abgewandelt oder Bestandteile davon, an mehreren Tagen hintereinander zu essen. Das stört mich nicht, und ist durch Abwandlungen auch nicht einseitig.

Kontrolle: Herkunft, Inhaltsstoffe, Ernährungsformen

Dass hinter der etwas salzigen Sauce oder dem Schokopudding aus der Dessert-Theke nicht viel mehr stecken kann als ein Fertigprodukt, ist offensichtlich. Dass ein Putenschnitzel für zwei Euro Ergebnis der Massentierhaltung ist, und dass ein Mensaessen eher Quantitäts- als Qualitätsprodukt ist (auch, wenn hin und wieder einzelne Gerichte mit Bio- oder Regionalitätssiegeln ausgeschildert werden), ist auch klar. Ich möchte an dieser Stelle keine Moralkeule schwingen, denn ob man sich als Konsument sowohl für die Inhaltsstoffe als auch für die Herkunft einzelner Zutaten interessiert, sei jedem selbst überlassen. Wer wenig Geld hat, und Studenten gehören in der Regel dieser Gruppe an, wird wahrscheinlich auch im Supermarkt die günstigen Waren in den Einkaufskorb packen. Wer selbst kocht, weiß allerdings genau, was aus dem Einkaufskorb in welchen Mengen später auch im Kochtopf landet. Für mich ein guter Grund zum Vorkochen, zumal ich mir persönlich wichtige Komponenten dabei entsprechend gewichten kann: Viel Gemüse, bestimmte Gewürze, wenig Salz (ich weiß, ich reite oft auf Salz rum in diesem Beitrag, aber gerade Fertiggerichte – in der Mensa, aus dem Supermarkt, in Restaurants etc. – decken oft schon den kompletten Tagesbedarf, und auch an Öl wird außerhaus oft nicht gespart).

Wer unter Allergien und Unverträglichkeiten leidet, bewusst auf Lebensmittelgruppen (z.B. tierische Produkte) verzichtet oder sportliche Ziele verfolgt, für den kann Meal Prep außerdem eine Hilfe und auch Sicherheit sein.

Geld sparen

Auch wenn 2-3€ pro Mensagericht nicht viel Geld für eine Mahlzeit außerhaus sind – wer selbst kocht, kann Geld sparen. Das gilt natürlich nicht für alle Gerichte, und wer sich selbst bekocht und dafür einen großen Wocheneinkauf tätigt, der sieht zunächst eine größere Summe auf dem Kassenbon und vergisst vielleicht schnell, dass sich die erworbenen Lebensmittel für etliche Mahlzeiten nutzen lassen. Aber gerade Vorratswaren (Nudeln, Reis, Haferflocken, Hülsenfrüchte – Lebensmittel, die nicht jede Woche in den Einkaufswagen wandern und sehr günstig in der Anschaffung sind) machen einen großen Teil sämtlicher Mahlzeiten aus und mindern logischerweise auch den Preis selbst gekochter Gerichte. Einfaches Beispiel: Während eine große Portion Nudeln in der Mensa vielleicht einen Euro kostet, erhält der Selbstversorger für den Preis fast zwei Packungen „Trockenware“, die mehrere Portionen ergibt.

Besonders deutlich wird das Sparargument allerdings, wenn man über den Tellerrand der budgetfreundlichen Mensa hinausblickt: In „normalen“ Restaurants zahlt man ein Vielfaches für ein Gericht (gemessen an den Kosten der Zutaten), weshalb Auswärtsessen (so gemütlich/lecker/belohnend es auch sein mag) für die meisten von uns eben nicht an der Tagesordnung steht.

NACHTEILE: WO IST DA DER HAKEN?

Ich verbringe gerne Zeit in der Küche, weiß aber von Mitmenschen, denen Kochen keine Freude, sondern viele eher Stress bereitet. Ein wenig Freude und ein Interesse an Ernährung (und da gehört sicherlich nicht nur das Zubereiten von Gerichten, sondern auch das sich Beschäftigen mit Nährstoffen und Lebensmitteln dazu) ist vielleicht eine Grundvoraussetzung für „erfolgreiches“, zumindest längerfristiges Meal Prep.

Auch bedeutet Meal Prep manchmal, dass man sich einschränken muss: Ich habe zum Beispiel nicht die Möglichkeit, meine Mahlzeiten in der Universität zu erwärmen. Wem also keine Mikrowelle o.ä. zur Verfügung stehen, der muss sein Essen kalt essen – mich stört das nicht, im Gegenteil, es gibt eine Vielzahl Gerichte, die kalt nicht schlechter – manchmal sogar besser – schmecken als erwärmt, aber ein kaltes Mittagessen ist für viele Menschen eben eine Horrorvorstellung. Außerdem ist Mitdenken angesagt: Wenn ich mich nicht gerade zu meinen Freunden in die Mensa setze, muss ich nicht nur die Mahlzeit selbst, sondern auch mein eigenes Besteck (s.u.) dabeihaben. Nicht alles kann mit den Händen gegessen werden. 

GRUNDAUSSTATTUNG: VON BOXEN UND BEHÄLTERN

An dieser Stelle also ein paar Worte zu Meal Prep Behältnissen, schließlich landen die Gerichte nicht direkt auf dem Teller, sondern müssen im Kühlschrank verwahrt werden und wahrscheinlich sogar den Weg zur Uni oder Arbeit überstehen.

Einweggläser

Ganz simpel, nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden, nachhaltig und daher an erster Stelle genannt: Einweggläser. Sobald die Marmelade sich dem Ende neigt, das Glas Gewürzgurken geleert ist oder die Sauerkirschen in einen Kuchen verarbeitet wurden, fallen Gläser an. Ich wasche und koche solche Gläser prinzipiell aus, verwahre darin anschließend Lebensmittel aus meinem Vorratsschrank (Haferflocken oder Nussmischungen zum Beispiel fülle ich darin ab), oder aber ich transportiere mein Essen in diesen Gläsern mit zur Uni, Salate zum Beispiel. In der Regel halten sie dicht, sind nicht wesentlich schwerer als eine Brotdose und solange man den eigenen Rucksack nicht in irgendwelche „Ecken donnert“ (mache ich wegen des iPads ohnehin nicht), geht auch nichts zu Bruch.  

Müsli-Becher

Ich bin kein großer Müsli-Esser, aber ich esse Porridge – Jeden Morgen, und wann immer ich spät dran bin, löffle ich diesen nicht zu Hause, sondern in der Uni. Hierfür eignet sich dieser Müsli-2Go-Becher* ganz hervorragend (Danke Bruderherz, war ein nützliches Geburtstagsgeschenk!). Oben können abgetrennt Früchte (oder eben Müsli) verstaut werden, während im großen Behälter Porridge, Sojajoghurt, Milch oder alternativ auch Suppen, Salate, Reisgerichte etc. ihren Platz finden können. Der Becher hält dicht, das ist die Hauptsache!

Fächer-Box

Mittlerweile nur noch selten von mir verwendet: Diese wiederverwendbaren Meal Prep Boxen* mit drei verschiedenen Fächern. Sie können im Multipack gekauft werden, eignen sich also, wenn Essen auf mehrere Mahlzeiten aufgeteilt werden soll, und ein weiterer Vorteil ist offensichtlich: Verschiedene Komponenten einer Mahlzeit können getrennt voneinander aufbewahrt werden, was mir aber eigentlich gar nicht wichtig ist. Ob Reis und Gemüse schon zusammenliegen oder nicht, ist mir mehr als egal, sinnvoll ist eine solche Trennung aber, wenn Haupt- und Nachspeise getrennt werden sollen, die tägliche Handvoll Nüsse etwa nicht mit der Tomatensauce in Kontakt treten darf oder Gemüsesticks dem Hummus noch fernbleiben sollen. Auch können die Boxen (mit Deckel) in die Mikrowelle gestellt werden, woraufhin sich das Gericht sehr schnell erwärmen lässt.

Getränke: Thermoflaschen und Bambusbecher

Auf dem Bild seht ihr drei verschiedene Behältnisse für Flüssigkeiten: Eine Thermoflasche aus Edelstahl (gekauft bei Walmart; hält sowohl warme als auch kalte Getränke mehrere Stunden warm/kalt, benutze ich aber meist einfach nur, um Wasser darin zu transportieren) sowie den allseits bekannten Emsa-Thermobecher* (Vorteil: ist wirklich, wirklich dicht, hält Getränke den ganzen Tag warm; Nachteil: ist relativ schwer, und manchmal schwer aufzudrehen) sowie einen wiederverwendbaren Becher aus Bambusfasern (gekauft bei Aldi; nicht dicht; ich verwende ihn gerne, wenn ich mir in der Uni vor der Vorlesung einen Kaffee hole, und auch unterwegs bekommt ihr vielerorts Rabatte, wenn ihr einen eigenen Becher dabeihabt – für Situationen also, in denen ihr den Kaffee direkt trinkt und nicht über Stunden im Rucksack verstauen wollt). 

Besteck

Noch aus der Kindheit besitze ich „Camping-Besteck“ (Messer, Löffel und Gabel aus Plastik), das ich bei Bedarf auch mit zur Uni nehme. Oft begleite ich meine Freunde in die Mensa und bediene mich dort zwar nicht an der Mensa-Theke, aber an der Besteck-Ausgabe, sodass ich oft kein eigenes Besteck benötige. Obwohl die oben vorgestellten Behälter dicht sein sollten, verwahre ich sie zur Sicherheit trotzdem allesamt in einer Tüte. Nachdem sich einmal ein unschöner Unfall durch auslaufende Wasserflasche in meinem Rucksack ereignet hat, neige ich in dieser Hinsicht zur Vorsorge.

Ich hoffe, dieser erste Beitrag kann einigen eine Hilfe sein und vielleicht sogar ein wenig Lust aufs Vorkochen machen. Zu spezifischen Lebensmitteln (ein Blick in den Vorratsschrank vielleicht) und Gerichten, die sich fürs Meal Prep eignen, soll noch ein Beitrag folgen. Bis dahin: Viel Spaß beim Selbstversorgen!

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